Ergebnisse der Forschungsinitiative „Vorlesen in Deutschland“ 

In einer Studie zeigt die Forschungsinitiative der Deutschen Bahn AG, der ZEIT und der Stiftung Lesen auf, warum man Kindern vorlesen sollte und wie es um die Deutsche Vorlesekultur bestellt ist.  

Die Hirnforschung belegt, dass Vorlesen eine der wichtigsten Grundlagen für den Spracherwerb und die Lernfähigkeit ist. Experten betonen, dass man bereits Kindern vorlesen sollte, die unter 3 Jahre alt sind. Aber fast die Hälfte aller Eltern lesen ihrem Kleinkind nie oder selten etwas vor. Dabei ist das Vorlesen für das Begreifen der Welt und die emotionale Entwicklung auch bei Kleinkindern von großer Bedeutung. Als Grund für die fehlende Vorlesezeit geben die Eltern Zeitmangel und fehlende Vorlesekompetenz an. Selbst im Kindergartenalter, in dem es ja um die Vorbereitung auf die Schule geht, lesen über 30% der Eltern nicht regelmäßig vor,  dabei sagen 80% der Eltern, dass sie eigentlich Freude am Vorlesen haben und die gemeinsame Zeit mit den Kindern genießen. Am wichtigsten ist das Vorlesen bei Eintritt in die Schule, aber statt des wünschenswerten Anstiegs konnten die Forscher einen Rückgang belegen. Doch es gibt auch positive Ergebnisse der Studie. 20% der Befragten gaben an, dass sie Kindern vorlesen ohne selbst Kinder zu haben.

Die wichtigsten Studienergebnisse auf einen Blick:

Anzahl der Eltern, die ihren Kindern vorlesen:

  1. 30% der Eltern lesen täglich vor
  2. 42% der Eltern lesen nicht regelmäßig vor
  3. 20% der Eltern lesen ab und zu vor
  4. 20% der Eltern lesen nie vor

Die Studie kommt zudem zu dem Ergebnis, dass die Vorlesekultur von der Schulbildung und dem Beruf der Eltern sowie des Haushalts-Nettoeinkommen abhängen. Speziell eingegangen wird auch auf Familen mit Migrationshintergrund. Das Ergebnis zeigt, dass nur 40% der Eltern ihren Kindern vorlesen. Zu bedenken dabei ist, dass primär türkische Familien befragt wurden und in der türkischen Kultur das Erzählen einen hohen Stellenwert hat. Erzählen ist im Hinblick auf die Sprachförderung dem Vorlesen gleichzusetzen.

Angebot im Fon Institut zum Thema „Kindern vorlesen“

Workshop „Kindern lebendig vorlesen

Die vollständige Studie können Sie hier heruntreladen. 

Ariane Willikonsky, Kommunikationstrainerin, Dipl. Sprecherzieherin und Sprechtherapeutin