Stimmübungen

Stimmübungen und Tipps u.a. zum Ausbau der stimmlichen Belastbarkeit und Erhöhung der Stimmkraft

Was tun bei Heiserkeit?

Stimmübungen

Vorbeugen ist besser als Heilen. Schon mit kleinen Tricks kann man große Wirkung erzielen. So führt Summen unter der Dusche zu mehr Resonanz und Tragfähigkeit der Stimme und beugt zudem (Ähnlich wie das Aufwärmen vor sportlichen Aktivitäten) stimmlicher Überlastung bei sprechintensiven Berufen vor. Zwerchfellkräftigungsübungen und andere Stimmübungen wie z.B. das deutliche Sprechen der Lautverbindung „pst“,, führt zu einer größeren Stimmkraft und erleichtert uns das Lautersprechen vor einer Gruppe und das Rufen. Hier noch ein paar kleine Tipps für den Alltag: Trinken Sie nach dem Genuss von Milchprodukten, z.B. Joghurt oder Milchkaffee immer einen kleinen Schluck Wasser und lutschen Sie bei Halskratzen statt Pfefferminz oder Mentholbonbons lieber Salbei- oder Honigbonbons. Vermeiden Sie unbedingt das Räuspern, husten sie lieber, denn das Räuspern greift die Stimme besonders an. Wer dann doch einmal heiser ist, sollte seine Stimme möglichst durch Stimmruhe schonen und viel trinken. Wenn es sich nicht um eine echte Halsentzündung oder einen Virusinfekt handelt, führen sanftes Summen und Inhalationen mit einer Salbeilösung in der Regel zu rascher Besserung.

Laufen für die Stimme – Wie man beim Laufen etwas Gutes für seine Stimme tun kann

Wer gerne läuft, kann parallel dazu auch seiner Stimme etwas Gutes tun. Es gibt sechs Wirkebenen der Stimme: Intention (Sprechabsicht), Haltung, Tonus, Atmung, Klang und Artikulation. Spielen alle Ebenen richtig zusammen, “stimmt” auch die Stimme. Beim Laufen kann man all diese Ebenen trainieren, nämlich die Intention durch Aufmerksamkeit auf die Umgebung, die Haltung und den Tonus durch eine aufrechte Laufhaltung und die Atmung durch ein physiologisch angepasstes Lauftempo. Auch für den Klang der Stimme kann man beim Laufen etwas tun, in dem man beim Laufen summt. Es gibt Läufer, die beim Laufen nachdenken und eher in sich gekehrt laufen, das trifft auch oft auf jene zu, die sich sehr auf den sportlichen Aspekt konzentrieren. Besonders deutlich sieht man das bei Läufern, die mit dem IPod unterwegs sind und die die Umwelt oft gar nicht mehr wahrnehmen. Wer aber an seiner Präsenz arbeiten möchte, zum Beispiel um bei Vorträgen oder Präsentationen eine größere Wirkung zu erzielen, der sollte mit einem starken Außenbezug (Intention) laufen. Das bedeutet: Beim Laufen aufmerksam alles wahrzunehmen, was man sieht, hört und fühlt. Ich nenne das „kommunikatives Laufen mit allen Sinnen“. Dadurch erhöht sich die Grundspannung und zwar nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Einer meiner Professoren, Volkmar Glaser konnte nachweisen, dass in den Muskeln etwas anderes passiert wenn man Bewegungen intentional, also mit einem starken Außenbezug, durchführt als wenn man sich mechanisch, also ohne Außenbezug, bewegt. Das Training der mechanischen Spannung führt zu vergrößerten Muskeln. Ein Training der intentionalen Spannung führt dagegen zu verbesserter Elastizität. Daher ist es möglich, dass ein dicker, unsportlicher Sänger auf der Bühne eine weit größere Spannung/ Präsenz erzeugen kann, als ein trainierter Bodybuilder. Wer eine sehr gute Stimme haben möchte, braucht eine gute intentionale Spannung und eine trainierte Ganzkörperatmung. Beides trainiert man idealerweise beim kommunikativen Laufen. Eine gute Haltung ergibt sich dabei von selbst. Die Sprechatmung trainiert man ideal, wenn man beim Laufen sprechen kann ohne Seitenstechen zu bekommen. Dabei achtet man darauf deutlich zu artikulieren um die Stimmübungen zu komplettieren. In diesem Sinne: Laufen Sie los für Ihre Stimme!

Resonanzerweiterung durch Daumensprechen

Das Daumensprechen führt zu einer größeren Kieferöffnung und zu präziseren Artikulationsbewegungen. Es ist eine der wirksamsten Stimmübungen für eine deutliche Aussprache. Das Daumensprechen funktioniert im Prinzip genauso wie das Vielen bekannte Korkensprechen. Der Vorteil des Daumensprechens ist jedoch, dass das Kiefergelenk dabei locker bleibt.

Übung

Zählen Sie zunächst bis zehn und achten Sie auf Ihre Artikulation und Stimme. Winkeln Sie nun den Daumen an und stecken Sie sich das Daumengelenk quer zwischen die Zähne. Zählen sie nun ganz deutlich, präzise und langsam bis 20. Achten Sie darauf, dass Sie dabei nicht auf den Daumen beißen, sondern mit großen Artikulationsbewegungen über den Daumen drüber artikulieren, und bemühen Sie sich – trotz des Hindernisses – um eine äußerst deutliche Aussprache. Nehmen Sie nun den Daumen aus dem Mund, zählen Sie noch einmal und achten Sie dabei auf die Veränderung Ihrer Artikulation und Stimme. Die Artikulation fällt Ihnen nun viel leichter und Sie sprechen ohne Anstrengung deutlicher. Durch die vergrößerte Mundöffnung verbessern Sie zudem die Resonanz, Lage und Tragfähigkeit Ihrer Stimme.

Die ideale Sprechlautstärke

Grundsätzlich ist eine lautere Stimme ein Kapital. Es gelingt einem mühelos vor Gruppen zu sprechen oder in größeren Räumen alle Zuhörer zu erreichen. Auch die Durchsetzungskraft erhöht sich durch eine laute Stimme. In manchen Situationen kann lautes Sprechen jedoch auch unhöflich sein. So sollte ein persönliches Gespräch in der Öffentlichkeit mit gedämpfter Stimme erfolgen. Zudem fühlen sich zurückhaltende Menschen durch Lautsprecher manchmal überfahren. Manchen Menschen mit lauteren Stimmen fehlt hier das nötige Feingefühl. Aber auch leise Stimmen können nerven. Das Zuhören ist wesentlich anstrengender und „Leisetreter“ lösen oft Skepsis aus. Allgemein gilt: Es lohnt sich an der Wahrnehmung der eigenen Stimme zu arbeiten. Die meisten Menschen kennen ihre eigene Stimme gar nicht richtig und sind entsetzt, wenn sie sich selbst einmal auf Band hören.

Tipps für Menschen mit einer (zu) leisen Stimme

Trainieren Sie ihr Zwerchfell. Der Zwerchfellmuskel reguliert die Kraft mit der die Atemluft die Stimmlippen in Schwingung bringt und ist somit verantwortlich für die Stimmlautstaerke/ Sprechlaustaerke.

Zwerfellübungen: artikulieren Sie ein kräftiges „ksch“, „ft“ oder „pst“ und achten Sie darauf, dass die Bauchdecke gut federt.

Tipps für Menschen mit einer (zu) lauten Stimme: Lassen Sie sich nicht einreden Sie hätten eine zu laute Stimme. Eine laute Stimme ist ein Geschenk!! (siehe oben)

Arbeiten Sie aber an Ihrer Wahrnehmung. Wenn es die Situation erfordert, z.B. bei einem privaten oder persönlichen Thema oder in einem Raum in dem andere sich auf etwas anderes als ihr Gespräch konzentrieren müssen, sollten sie sich bewusst ein wenig zurücknehmen.

Um die eigene Stimme besser kennen zu lernen eigenen sich Tonaufnahmen. Zudem können Sie ihre eigene Stimme so hören wie sie andere hören, wenn Sie mit den Händen eine Schale formen und diese (wie Lauscher, siehe Bild) hinter die Ohren halten.

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Vanessa Willikonsky

Birgit Gnabry, FON Institut Stuttgart Ost

Ute de Waard, FON Institut Bad Cannstatt

Andrea Fahrion, FON Institut S-Degerloch

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