Rückschulung für Erwachsene

Händigkeitstest

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie ein Links- oder Rechtshänder sind, können wir dies über eine Testung herausfinden.

Wenn Sie als Kind gezwungen wurden, mit der rechten Hand zu schreiben, kann es sein, dass Sie unter Konzentrationsstörungen oder massiven Schlafstörungen leiden, dass sie ständig Kopfschmerzen oder Migräne haben oder sich psychisch instabil fühlen.

Diese Symptome können den Alltag umerzogener Linkshänder schwer beeinträchtigen. In diesem Fall kann eine Rückschulung Sinn machen. Ob eine Rückschulung auch für Sie persönlich Sinn macht, hängt von vielen Faktoren ab, die wir in einem Beratungsgespräch mit Ihnen klären können.

Rückschulung für Erwachsene bei umerzogenen Linkshändern

1. Analysephase:

Die Phase der Analyse beinhaltet die Anamnese, die Fragestellung der intrinsischen Motivation, sowie bei noch unklarer Händigkeit, die Klärung dieser. Des Weiteren sollte bei eindeutiger Händigkeit und großem Wunsch der Rückschulung  ein Aufklärungsgespräch der Möglichkeiten und Gefahren durchgeführt werden und die Rahmenbedingungen geklärt werden.  Wichtig ist, dass eine Rückschulung erst dann begonnen wird, wenn diese auch zu den Lebensumständen passt und der Rückzuschulende auch Unterstützung  von außen erfährt, wie zum Beispiel von seinem Lebenspartner/in. Bei psychischer Instabilität, sollte mit dem behandelnden Psychotherapeuten zusammen gearbeitet werden oder einer zur Hilfe geholt werden.

Es werden gemeinsam mit der Klientin die Rahmeninformationen geklärt, sowie eine ausführliche Anamnese durchgeführt. Die Klientin berichtet über ihr Befinden und die Gründe über den Wunsch der Rückschulung. Um alle wichtigen Details festzuhalten, wird dies anhand eines Befundbogens dokumentiert.

2. Orientierungsphase:

Hier werden die Vorstellungen und Wünsche des Klienten gegliedert und das Training wird erstellt. Zum Beispiel sollte der Klient für sich entscheiden, welche Handlungen er in seinem Alltag wieder auf die linke Seite zurückholen möchte. Außerdem werden dem Klienten die Grundregeln für ein erleichtertes Schreiben mit der linken Hand erklärt und Tipps und Tricks an die Hand gegeben. Aus therapeutischer Sicht ist insbesondere der Schreibprozess ein wichtiger Teil der Rückschulung, da dieser zu den höchstkomplexesten und differenziertesten koordinativen Bewegungsabläufen unsere Körpers zählt.

Es gibt bereits Tätigkeiten, die die Klientin routiniert immer noch mit der linken Hand macht, welche von der Umschulung nicht betroffen waren. Bei anderen Handlungen hat sie sich der Rechtshändergesellschaft angepasst und weitere würde Sie gerne wieder mit der linken Hand durchführen.

3. Aktivierungsphase:

Da der umgeschulte Klient über einige Zeit gelernt hat, die nicht dominante Hirnhälfte einzusetzen, müssen nun Übungen durchgeführt werden um die dominante Hirnhälfte zu aktiveren, damit diese nicht durch den hochkomplexen Schreibprozess später überfordert wird. Koordinationsübungen können Teil dieser Phase sein. Unter anderem ist hier der Einsatz von Therapieknete, chinesischen Kugeln oder Rapsbädern empfehlenswert.

Die Basisfähigkeiten der Graphomotorik werden trainiert. Insbesondere die Fingerfertigkeit, Fingerselektion, Koordination, sowie die Stifthaltung.

4. Stabilisierungsphase:

Im ersten Teil der Stabilisierungsphase werden insbesondere sachorientierte monotone Schreibanbahnende Übungen durchgeführt, wie zum Beispiel Schwungbögen. Da durch den Rückschulungsprozess „alte Wunden“ aufgerissen werden können, sollte der Klient langsam und sanft an das Schreiben gewöhnt werden. Auch die Befindlichkeit des Klienten spielt hier eine große Rolle. Das Anbahnen der Alltagsschrift mit der dominanten Hand wird wie folgt erarbeitet:  Schwungbögen –> Buchstaben –> Buchstabenpaare –> Wörter –> kurze Texte –> längere Texte –> persönliche Texte –> Transfer in den Alltag.  Aufgaben für das häusliche Umfeld, welche täglich durchgeführt werden, sollten angeleitet werden.

5. Transferphase:

In dieser Phase automatisiert sich das Schreiben mit der linken Hand und die Schrift wird schöner und schneller. Mögliche Umschulungsfolgen, welche vorher bestanden, können in Automatisierungsphase verschwinden, der Klient fühlt sich im Schreiben mit der linken Hand sicher und wohl. Auch im Alltag wie beispielsweise in der Schule oder bei der Arbeit wird nun problemlos mit der dominanten Hand geschrieben. Tätigkeiten, welche der Klient zurückschulen wollte, werden nun automatisch mit der linken Hand durchgeführt.

Besonderheiten:

Wichtig für den Klienten ist jedoch, dass man sich mit der Thematik des Umgeschulten und den möglichen Umschulungsfolgen  auskennt auch die Risiken die eine Rückschulung mit sich bringen kann, sollten dem Therapeuten zu jeder Zeit klar sein, damit dieser in kritischen Situationen oder ungünstigen Lebensphasen intervenieren kann. ein Laie sollte diesem Thema mit Vorsicht gegenübertreten, denn der Klient sollte professionell unterstützt und beraten werden.

Kontakt

Patricia Willikonsky, Ergotherapeutin und Linkshänderberaterin
Mail: patricia.willikonsky@foninstitut.de
Fon: 0711 – 9072585
Post: FON Institut Degerloch, Löffelstraße 3, 70597 Stuttgart

Artikel zum Thema Rückschulung für Erwachsene aus der Thieme Zeitschrift ErgoPraxis

Rückschulung für Erwachsene

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