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„Oh, ich bin so froh, Sie wiederzusehen!“ Frau M. strahlt über das ganze Gesicht, als ihre Ergotherapeutin das Zimmer betritt. Dann hält sie kurz inne. „Aber wer sind Sie?“ Diese kurze Szene aus dem Therapiealltag von heute Morgen zeigt die Folgen einer demenziellen Erkrankung sehr eindrücklich. Frau M. weiß zwar nicht mehr, wie die Therapeutin heißt und auch nicht, warum sie kommt, aber sie erinnert sich sofort an das positives Gefühl, das da ist, wenn die Therapeutin mit ihr arbeitet und sie weiß, dass sie die Therapeutin ihr gut tut. Auch bei sehr schwerer Demenz bleibt das emotionale Gedächtnis in der Regel erhalten und gerade positive Gefühle sind es, die das Leben bei einer schweren Krankheit und im Alter lebenswert machen.

Das Beispiel zeigt, dass die Arbeit mit Demenzpatienten selbst dann in hohem Maße sinnvoll ist, wenn sich keine sichtbaren Erfolge oder greifbare Verbesserungen mehr erzielen lassen. Ziel einer Demenztherapie ist zunächst die Selbständigkeit der Patienten so lange wie möglich zu erhalten und in einer späteren Zeit der Erhalt der Lebensqualität trotz Erinnerungsverlust.