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Caros Leseecke Februar 2017

Die Wörterfabrik

Im Land der großen Wörterfabrik ist Sprechen sehr teuer. Die meisten Menschen reden nicht, denn um die Wörter aussprechen zu können, müssen sie gekauft werden und das können sich nur reiche Menschen leisten. Die Wörter werden von Maschinen in allen Sprachen der Welt hergestellt. Manchmal hat man Glück und findet einige Wörter in den Mülltonnen aber meist sind das nur unbrauchbare Wörter wie „Hundekacka“ oder „Hasenpipi“ . Manche Wörter kann man im Sonderangebot erwerben, aber auch diese sind meist unnütz. Es gibt Tage, da fliegen die Wörter durch die Luft und man kann sie mit einem Schmetterlingsnetz einfangen. Paul hat auf diese Weise drei Wörter gefangen und möchte sie einer ganz besonderen Person zum Geburtstag schenken, ihr Name ist Marie. Er klingelt an ihrer Wohnungstür, doch der reiche Oskar ist auch anwesend und macht Marie ein Liebesgeständnis mit ganz vielen schönen Wörtern. Paul ist sehr traurig, nimmt aber seinen ganzen Mut zusammen und haucht Marie die drei Wörter aus tiefstem Herzen ins Gesicht: Kirsche, Staub, Stuhl.

Marie freut sich sehr über die ehrlichen Wörter und gibt Paul einen Kuss auf die Wange.
Die große Wörterfabrik von Agnès de Lestrade und Valeria Docampo ist ein herzerwärmendes Bilderbuch, das den Wert der Sprache hervorhebt. Die Farbgebung der Bilder ist sehr charakteristisch. Personen und Gegenstände werden damit dargestellt, aber auch Gefühle und Stimmungen werden hervorgehoben und durch die präzise Farbwahl schon von den Kleinsten verstanden.

Die kurzen und teilweise poetischen Sätze lassen es zu einer wunderbaren Geschichte werden, die zeigt wie wertvoll Worte sind, aber auch, dass man nicht immer vieler Wörter bedarf, um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen.

Das macht das Buch zu einer Geschichte, die für Kinder ebenso wie für Erwachsene geeignet ist und Raum zum Nachdenken lässt.

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