0711 - 88 26 888 info@foninstitut.de
Seite auswählen

Sprachentwicklungstabelle

nach Ariane Willikonsky

Die folgende Tabelle zur Sprachentwicklung soll Eltern, Erziehern und Erzieherinnen Antworten auf folgende Fragen geben:

  • Hat mein Kind eine normale Sprachentwicklung?
  • Wie verläuft die Sprachentwicklung?
  • Was muss ein Kind in welchem Alter können?
  • Wie kann ich mein Kind bei der Sprachentwicklung unterstützen?

Erste Lebenswochen

Das Baby ist da

Sprachentwicklungsstand

Unterschiedliche Schreie, Schmatzen, Glucksen 
Erste Laute (aaa, gr)

Elternberatung

Antworten Sie auf Unbehagensschreie beruhigend durch rhythmisches Sprechen oder Singen. Schaukeln oder wiegen Sie das Baby dabei. Vermeiden Sie beunruhigende Hintergrundgeräusche, z.B. durch einen Krimi im Fernseher, die Stimmung wird vom Baby verarbeitet.

2. Lebensmonat

Erster Kontakt

Sprachentwicklungsstand

Das Baby nimmt Blickkontakt auf 
Das Baby variiert mit der Stimme.

Elternberatung

Kommunizieren Sie häufig und ausgiebig mit dem Baby z.B. beim Wickeln, Stillen, Füttern und suchen Sie dabei Augenkontakt. Falls das Baby auf Geräusche nicht reagiert, gehen Sie bitte unbedingt zum Arzt. Hörstörungen haben fatale Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes. Rechtzeitig entdeckt können Sie jedoch rasch behoben werden.

3.-6. Lebensmonat

Lallen und tönen

Sprachentwicklungsstand

Das Baby bildet unterschiedliche Laute und Silben 
Das Baby setzt seine Stimme bewusst ein.

Das Baby nimmt über Laute Kontakt auf.

Elternberatung

Ihr Kind entdeckt nun täglich Neues, das das Gehirn erst einmal verarbeiten muss. Dafür braucht es bewusste Ruhephasen. Geben Sie ihm Gelegenheit zum Lauschen, z.B. durch eine Spieluhr.

7.-9. Lebensmonat

Nonverbale Kommunikation

Sprachentwicklungsstand

Das Baby bildet Silbenketten und Doppelsilben 
Das Baby ahmt Laute und 
Sprechmelodie nach.

Das Baby nimmt über Gestik bewusst Körperkontakt auf.

Elternberatung

Unterstützen Sie diesen Entwicklungsschritt durch das Schneiden von Grimassen und das Plappern von Unsinnssilben.

10.-12. Lebensmonat

Doppelsilben

Sprachentwicklungsstand

Das Kind versteht einzelne Worte. 
Das Kind setzt nonverbale Kommunikation ein. 
Das Kind bildet Doppelsilben, 
z.B. „baba“ 
Das Kind imitiert 
Lautkombinationen und Melodien.

Elternberatung

Fördern Sie den Aufbau des Wortschatzes durch kurze, hochfrequente Worte, zB: „Schau, ein Ball“, „wo ist der Ball?“ etc. Lieder und Fingeverse unterstützen die Sprachentwicklung. Dabei geht es nicht um Abwechslung, Kinder lieben und brauchen Wiederholungen.

13.-18. Lebensmonat

Saugen und pusten

Sprachentwicklungsstand

Das Kind spricht 10 – 20 Worte und versteht 
einfache Anweisungen. Es lernt außerdem saugen und pusten.

Elternberatung

Das Kind liebt Versteckspiele und möchte Ihnen ständig neue Dinge zeigen. Lassen Sie sich von der Begeisterung mitreißen. Sie werden die Welt mit neuen Augen sehen. 
Geben Sie dem Kind zudem auf alle Leistungen positives Feedback. Das fördert die Wiederholungen und beschleunigt den Lernprozess.

19.-24. Lebensmonat

Wortschatz

Sprachentwicklungsstand

Das Kind spricht 20 – 50 Worte (Schlüsselbegriffe). 
Das Kind benennt Eigenschaften, z.B. „heiß“ und bekannte Personen. 
Das Kind spricht Zwei- und Dreiwortsätze.

Das Kind drückt Missfallen laustark durch „nein“ aus. Das Kind kann ein Lied singen.

Elternberatung

Lassen Sie sich vom ständigen „nein“ des Kindes nicht nerven. Die Trotzphase ist sehr wichtig. Durch das „nein“ grenzt sich das Kind erstmalig ab. Das ist eine wichtige Vorstufe zur Entdeckung der eigenen Person. Bislang hat sich das Kind mit dem eigenen Namen benannt, bald wird es „ich“ sagen und dafür ist die Nein-Phase notwendig. Also ein Grund zur Freude J. Gehen Sie auf das „nein“-Spiel ein, indem Sie selbst häufiger Ihre Gefühle zeigen.

3. Lebensjahr

Warum?

Sprachentwicklungsstand

Das Kind kann nun alle Konsonanten isoliert bilden. 
Das Kind verwendet „ich“. 
Das Kind fragt „warum?“ 
Das Kind bildet 3- 5 – Wort – Sätze 
„Ich Auto defahn bin“

Elternberatung

Auch die „Warum-Phase“ bringt so manche Eltern fast um den Verstand. Dabei können Sie stolz sein! Das Hinterfragen ist ein Zeichen von hoher Intelligenz. Nur  kluge Kinder fragen „warum?“. Gehen Sie auf das Spiel ein, in dem Sie ebenfalls nachfragen.

4. Lebensjahr

und-und-und-und…..

Sprachentwicklungsstand

Das Kind kann nun auch Konsonantenverbindungen korrekt aussprechen.
 Das Kind bildet Haupt- und Nebensatz. 
Das Kind verwendet Grammatik.

Elternberatung

Beim hastigen Erzählen treten gelegentlich Stottersymptome auf, man nennt diese Redeunflüssigkeiten Entwicklungsstottern. Beunruhigend sind diese nur, wenn sie länger als ein Jahr andauern.

Grammatik ist ein komplexes Strukturssystem, daher fördern Sie auch durch klare Regeln und Strukturen im Alltag die Grammatikentwicklung.

5. Lebensjahr

Wie geht das?

Sprachentwicklungsstand

Das Kind bildet alle Laute korrekt, 
auch Zischlaute und 
Zischlautverbindungen 
Das Kind verwendet korrekte Pluralformen und Artikel.

Elternberatung

Stillen Sie den Wissensdurst des Kindes. Nun ist die richtige Zeit für einen Museumsbesuch, z.B. eines Automobilmuseums oder eines Naturkundemuseums. Auch der Besuch in einer Tropfsteinhöhle o.ä. wird das Kind begeistern.

6. Lebensjahr

Ich will in die Schule!

Sprachentwicklungsstand

Das Kind beherrscht die Umgangssprache 
Das Kind hat einen 
Grundwortschatz von
ca. 500 Wörtern .

das Kind ist schulreif.

Elternberatung

Überlassen Sie den Lese- und Schreiberwerb der Schule. Viel sinnvoller als vor der Schule mit dem Kind Lesen und Schreiben zu üben, ist es die Kinder neugierig zu machen und für Neues zu begeistern. Sie könnten zum Beispiel einmal die alten Fotoalben ausgraben und ihrem Kind Geschichten aus Ihrer eigenen Schulzeit erzählen.

7.-10. Lebensjahr

Konfliktgespräche

Sprachentwicklungsstand

Reflektion über das eigene Kommunikationsverhalten (Metakommunikation)

Das Kind kann verbal Konflikte lösen.

Elternberatung

Schenken Sie Ihrem Kind Zeit für viele, intensive Gespräche.

Mischen Sie sich in Streite nicht ein, sondern lassen Sie das Kind selbständig argumentieren.

11.-14. Lebensjahr

Lass mich!

Sprachentwicklungsstand

Das Kind sucht nun die auch verbal die Konfrontation.

Wichtigster Gesprächspartner sind nun meist nicht mehr die Eltern sondern die beste Freundin/ der beste Freund.

Elternberatung

Versuchen Sie nicht alles allzu persönlich zu nehmen. Trösten Sie sich damit:  „die Pubertät ist nicht nur dafür da, dass sich die Kinder von den Eltern lösen, sondern  auch dafür, dass die Eltern sich von den Kindern lösen.“

FON Praxis – Ihre Ansprechpartner am Telefon und vor Ort

Vanessa Willikonsky

Birgit Gnabry, FON Institut Stuttgart Ost

Ute de Waard, FON Institut Bad Cannstatt

Andrea Fahrion, FON Institut S-Degerloch

Tel: 0711-88 26 888
Mail: info@foninstitut.de